Merrill Lynch und Capgemini World Wealth Report

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Christine Stapf
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Studie

World Wealth Report 2008

Nettofinanzvermögen der vermögenden Privatpersonen stieg auf 40,7 Billionen US-Dollar – Das durchschnittliche Vermögen dieser Personengruppe überschreitet erstmals die Grenze von 4 Millionen US-Dollar

Nettofinanzvermögen der vermögenden Privatpersonen stieg auf 40,7 Billionen US-Dollar – Das durchschnittliche Vermögen dieser Personengruppe überschreitet erstmals die Grenze von 4 Millionen US-Dollar

Zahl der vermögenden Privatpersonen beläuft sich weltweit auf 10,1 Millionen; Indien, China und Brasilien mit der stärksten Zunahme

In Deutschland stieg die Zahl vermögender Privatpersonen um 3,5% auf 826.000 (Vorjahr 798.000)

Berlin, 24. Juni 2008

Unterstützt durch das Wachstum der Börsenkapitalisierungen in den Schwellenländern stieg das Gesamtvermögen der weltweiten High Net Worth Individuals (HNWI – Privatpersonen mit Nettofinanzvermögen > 1 Mio. US-Dollar ohne eigengenutzte Immobilien) im Jahr 2007 um 9,4% auf 40,7 Billionen US-Dollar. Dies geht aus dem heute von Merrill Lynch und Capgemini veröffentlichten zwölften, jährlich erscheinenden, World Wealth Report hervor. Die weltweite Anzahl der HNWI nahm 2007 um 6% auf 10,1 Millionen zu. Gleichzeitig stieg die Zahl der besonders wohlhabenden Personen (Ultra High Net Worth Individuals – UHNWI - Privatpersonen mit Nettofinanzvermögen > 30 Mio. US-Dollar ohne eigengenutzte Immobilien) um 8,8%. Erstmals seit Bestehen dieses Reports wurde beim durchschnittlichen Finanzvermögen der HNWI die Schwelle von 4 Millionen US-Dollar überschritten.

Die Weltwirtschaft befand sich 2007 in einem Übergangsjahr, das durch stark kontrastierende makroökonomische Rahmenbedingungen geprägt wurde. In den ersten Monaten profitierte die Weltwirtschaft noch unvermindert von der Wachstumsdynamik des Jahres 2006. Bis zum Jahresende war die wirtschaftliche Ungewissheit jedoch deutlich gestiegen. Das globale Wachstum blieb 2007 robust, was in den beiden Hauptkomponenten hinsichtlich der Vermögensbildung, dem realen BIP und der Marktkapitalisierung, zum Ausdruck kommt. Starke weltweite Zuwachsraten im ersten Halbjahr 2007 sorgten überall für einen deutlichen Anstieg der Anzahl HNWI. Im zweiten Halbjahr vermochten dann die widerstandsfähigen Volkswirtschaften in den Schwellenländern die Wachstumsverlangsamung in den entwickelten Wirtschaftsnationen zu kompensieren. Die Weltwirtschaft wuchs letztlich um 5,1%, was leicht unter der 2006 erzielten Wachstumsrate von 5,3% lag.

Schwellenländer und BRIC-Nationen führen Rangliste an

Das eindrückliche Wachstum der Volkswirtschaften in den Schwellenländern wurde maßgeblich durch die gedeihenden Exportsektoren und eine verstärkte Binnennachfrage gefördert. Der größte Zuwachs das Anzahl HNWI war im Mittleren Osten, in Osteuropa und in Lateinamerika zu beobachten. In diesen Regionen beliefen sich die Zuwachsraten auf 15,6%, 14,3% und 12,2%. Der Anstieg der Rohstoffexporte trug unter anderem zu den Wachstumsraten in den Schwellenländern bei. Außerdem war die zunehmende Akzeptanz von aufstrebenden Finanzzentren als wesentliche weltweite Marktteilnehmer für das Wachstum verantwortlich.

Die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) spielten bezüglich der Entwicklung der Weltwirtschaft 2007 auch weiterhin eine entscheidende Rolle. In diesen Ländern wurde ein eindrückliches Wirtschaftswachstum verzeichnet, das mit einem soliden Wachstum der Marktkapitalisierung einherging.

„Der diesjährige Report zeigt, dass die Zahl vermögender Privatpersonen und das von ihnen kontrollierte Vermögen auch im Jahr 2007 weiter gestiegen sind. Der grösste Vermögenszuwachs wurde dabei in den aufstrebenden Märkten Indien, China und Brasilien verzeichnet”, sagt Michelle D’Ancona, Head of Europe / Swiss Market Leader von Merrill Lynch Bank (Suisse) S.A., Genf. „Der Trend deutet darauf hin, dass sich den Vermögensverwaltungsfirmen ein enormes Potenzial in neuen Wachstumsmärkten bietet. Der Erfolg wird jedoch jenen Unternehmen gehören, die erkennen, dass ihr bestehendes Dienstleistungsmodell angepasst und auf die spezifischen Bedürfnisse dieser angepeilten Wachstumsmärkte zugeschnitten werden muss.”

Indien führte das prozentuale Wachstum bei der Anzahl HNWI mit einer Zuwachsrate von 22,7% an. Der Anstieg der Marktkapitalisierung um 118% und des BIP um real 7,9% erwies sich dabei als ausgesprochen stimulierend. Zwar wuchs das BIP in Indien langsamer als im Jahr 2006 mit 9,4%. Das jetzige Wachstumstempo wird jedoch als stabiler und nachhaltiger angesehen. Ende 2007 befanden sich die beiden größten Börsen Indiens – die Bombay Stock Exchange und die National Stock Exchange – im Kreis der zwölf größten Aktienbörsen. Dazu beigetragen hatten die hohe Aktivität bei den Börsengängen sowie das steigende internationale Interesse.

China lag hinsichtlich des Anstiegs der Gesamtzahl der HNWI mit plus 20,3% an zweiter Stelle. Zu diesem trugen das Wachstum der Börsenkapitalisierung um 291% und jenes des BIP um real 11,4% bei. Deutliche Kursanstiege und eine starke Aktivität bei den Börsengängen katapultierten die Börse von Shanghai nach dem Kriterium der Börsenkapitalisierung auf den sechsten Rang weltweit.

Während Marktkapitalisierung und reales BIP in China prozentual stärker wuchsen als in Indien, stieg die Gesamtzahl der HNWI in Indien 2007 stärker an. Der Report lässt darauf schließen, dass die Marktkapitalisierung und das reale BIP in China auf eine größere Zahl Menschen verteilt sind, während der Pro-Kopf-Anstieg geringer ausfiel. Im Jahr 2006 hatte Indien im Vergleich zum Volkseinkommen einen stärkeren Anstieg bei der Marktkapitalisierung ausgewiesen. Dieser Faktor hatte das Wachstum bei der Gesamtzahl der HNWI deutlich beeinflusst. Außerdem verzeichnet China zurzeit ein explosionsartiges Wachstum der „Mass Affluent”-Bevölkerung, das heißt der Personen mit einem Vermögen unterhalb von 1 Million US-Dollar.

In Brasilien wurde 2007 mit 19,1% die dritthöchste Anstiegsrate bei der Gesamtzahl der HNWI registriert. Zu dieser Entwicklung trugen ein solides Wachstum der Marktkapitalisierung um 93% und des BIP um real 5,1% maßgeblich bei. Die privaten Nettokapitalströme in Richtung Lateinamerika verdoppelten sich 2007. Sie leisteten einen großen Beitrag dazu, dass die Bovespa Stock Exchange hinsichtlich Börsengänge weltweit den vierten Rang belegte und den entsprechenden Marktanteil um 7,2% erhöhen konnte. Dies half Brasilien bei der Etablierung und weltweiten Integration seines Finanzsystems.

Beim Anstieg der Gesamtzahl der HNWI befand sich Russland unter den zehn führenden Nationen, dies trotz einer Wachstumsverlangsamung von 15,5% (2006) auf 14,4% (2007). Die Marktkapitalisierung stieg um robuste 37,6%, während das BIP real um 7,4% zuzulegen vermochte. Diese Tatsachen weisen auf das wachsende internationale Interesse an diesem Land als globaler Akteur hin, was wiederum den Schluss zulässt, dass die fortschreitende Entwicklung der externen Beziehungen Russlands wahrscheinlich zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Grundlagen führen wird.

Marktkapitalisierung steigt in den Schwellenländern explosionsartig an

Nachdem ein bedeutender Teil des Vermögens von HNWI an den Aktienmärkten investiert wird, stellt die Entwicklung der Marktkapitalisierung eine wichtige Bestimmungsgröße für die Vermögensbildung in diesem Bevölkerungssegment dar. Während die Marktindizes in den USA, in Europa und in Asien nur einen mäßigen Anstieg verzeichnen konnten, setzten viele Aktienmärkte in den Schwellenländern die Serie solider Zuwachsraten fort. Zahlreiche traditionelle Dow Jones-Marktindizes wiesen beispielsweise mäßige Renditen auf. Deren Durchschnittswert belief sich 2007 auf 6,8%, was deutlich unter den 17,3% des Vorjahres lag. Auch wirkten sich im Gegensatz zu 2006 die Kurssteigerungen an den Märkten im Jahr 2007 nicht so positiv auf die Vermögensbildung der HNWI aus.

Die meisten europäischen und asiatischen Indizes bewegten sich im Bereich niedriger einstelliger Zuwachsraten. Das Schlusslicht unter den Hauptindizes, der Nikkei 225, verlor sogar 11,1%. Dagegen  vermochte der Spitzenreiter, der deutsche DAX-Index, als einziger unter den Hauptindizes seine Performance aus dem Jahr 2006 zu übertreffen und erneut einen Zuwachs im zweistelligen Bereich zu verzeichnen.

Die Börsen von Shanghai und Shenzhen wuchsen um 303% resp. 244%. Diese fulminanten Zuwachsraten waren größtenteils auf ein organisches Kurswachstum zurückzuführen. Bei den indischen Börsen, der Bombay Exchange und der National Stock Exchange, betrugen die entsprechenden Zuwachsraten 122% resp. 115%.

„Im Hinblick auf das Wachstum der Börsenkapitalisierung war der Graben zwischen den entwickelten und den Schwellenländern 2007 deutlich ausgeprägter als in den Vorjahren”, sagt Christine Stapf, Head of Wealth Management Consulting bei Capgemini Consulting. „Trotz der Verlangsamungstendenz beim Zuwachs der traditionellen Aktienbörsen und einer ausgeprägten Volatilität verzeichneten verschiedene Börsen in Schwellenländern äußerst solide Steigerungsraten und trugen damit zur beschleunigten weltweiten Vermögensbildung bei.”

Rekordflut von Börsengängen – HNWI wurden von den Märkten der Schwellenländer angezogen

Die Schwellenländer trugen maßgeblich zum weltweiten Rekordniveau bei den Börsengängen (IPO) im Jahr 2007 bei. Im Rahmen von mehr als 1.300 IPO wurden im Jahresverlauf über 300 Milliarden US-Dollar aufgenommen. Unter den 10 größten Emissionen waren dabei nicht weniger als 7 aus Schwellenländern. Die BRIC-Staaten schnitten auf diesem Gebiet speziell stark ab. So lag ihr Anteil am weltweiten Volumen bei den Börsengängen mit 39% deutlich über dem im Jahr 2006 verzeichneten Wert von 32%.

Auch die Nettokapitalflüsse in Richtung der Schwellenländer erhöhten sich im Jahr 2007. China vermochte unter allen Ländern 2007 mit rund 55 Milliarden US-Dollar in absoluten Zahlen am meisten privates Kapital anzuziehen. Die Schwellenländer Europas waren als Region gesehen in dieser Hinsicht am beliebtesten. Die privaten Kapitalflüsse in ihre Richtung beliefen sich auf 276 Milliarden US-Dollar. In den Schwellenländern Asiens verzeichneten die privaten Kapitalflüsse einen Rückgang um 20%. Dies widerspiegelt teilweise die Tatsache, dass die Währungsbehörden aufgrund der Beteiligungsströme in der Lage waren, ihre Währungsreserven zu häufen. Diese erreichten in China allein eine Höhe von 1 Billion US-Dollar. Dagegen konnte bei den privaten Kapitalflüssen nach Lateinamerika mit 106 Milliarden US-Dollar der Vorjahreswert mehr als verdoppelt werden.

Alles in allem schnitten Hedge Funds im Jahr 2007 mit durchschnittlichen Zuwachsraten von 12,6% gut ab. Dieser Mittelwert lag nur geringfügig unter jenem von 2006. Die Renditen der Hedge Funds übertrafen die Zuwachsraten der traditionellen Börsen – eine Entwicklung, die durch die in den Schwellenländern erzielten Gewinne gefördert wurde. In diesem Anlagesegment betrug der mittlere Anstieg nämlich nicht weniger als 20,3%. In den letzten Jahren wurde ein zunehmender Anteil der Vermögenswerte der Hedge Funds von Institutionellen und nicht von vermögenden Privatkunden beigesteuert. Damit hat sich das Schwergewicht bei den wichtigsten Wachstumsfaktoren in der Hedge Fund-Branche verlagert.

Mittelaufnahme und Anlagetätigkeit im Bereich Wagniskapital haben im Jahr 2007 ihren höchsten Stand seit 2001 erreicht. Dazu trug maßgeblich das Wachstum im Bereich der kapitalintensiven Wirtschaftssektoren bei. Neue Möglichkeiten auf den Gebieten der Biowissenschaften und sauberer Technologien trugen zum größeren Angebot an Marktchancen bei. Entsprechend wurde im Bereich erneuerbare Energien eine rekordhohe Aktivität bei den Börsengängen verzeichnet. An der Spitze standen ein spanischer Versorgungskonzern, der bei seinem Börsengang 6,5 Milliarden US-Dollar erlöste, und ein brasilianischer Hersteller von Zucker und Ethanol, dessen Börsengang 1,2 Milliarden US-Dollar einbrachte. Insgesamt erhöhten sich die Investitionen im Bereich sauberer Technologien um 35%. Dieser Zuwachs wurde gefördert durch die Tatsache, dass zahlreiche Leitindizes im Bereich sauberer Technologien im Jahresverlauf um mehr als 50% zuzulegen vermochten. 

Verlangsamung in den entwickelten Volkswirtschaften

Die wirtschaftliche Verlangsamung in den USA zeigte ihre Auswirkungen auch in anderen entwickelten Volkswirtschaften. Dies kam in Form verlangsamter BIP-Zuwachsraten und schwacher Aktienmärkte in Teilen Europas und Asiens zum Ausdruck. Dazu beigetragen hatten drei Hauptfaktoren: eine Abkühlung am Immobilienmarkt, eine straffere Kreditversorgung sowie eine höhere Volatilität und Kursrückgänge an den Aktienmärkten. Diese Folge von Ereignissen hinterließ Spuren bei Konsumenten und Institutionen, indem sie deren Fähigkeit zur Liquiditätserhaltung und zum Betrieb ihrer Geschäfte behinderte.

Im Einklang mit dem Niedergang des Immobilienmarktes verzeichneten auch die Indizes der REIT (Immobilien-Anlagefonds) weltweit deutliche Verluste. Dies stand im deutlichen Gegensatz zu den im Jahr 2006 erzielten soliden Gewinnen. Die Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte zeigte die Divergenz zwischen entwickelten und Schwellenländern eindrücklich auf. So verzeichneten die MSCI-Weltindizes für Europa und die USA in der zweiten Jahreshälfte Rückgänge um 0,1% resp. 3,2%, nachdem sie im ersten Halbjahr noch um 10,4% resp. 6,3% zugelegt hatten. Dies wurde von den MSCI-Weltindizes für die Schwellenländer übertroffen. Zu Beginn des Jahres hatte Lateinamerika maßgeblich dazu beigetragen, während die BRIC-Staaten in der zweiten Jahreshälfte das Zepter führten. Die Verluste an den Aktienmärkten in den entwickelten Ländern hinterließen im zweiten Halbjahr 2007 auch an den Kreditmärkten ihre Spuren. Die wirtschaftliche Abschwächung in den USA forderte über eine massive Abwertung des US-Dollars gegenüber den meisten Währungen weltweit ihren Tribut. So fiel der US-Dollar gegenüber Euro, kanadischem Dollar und brasilianischem Real um 10,5%, 15,8% resp. 17%.

Seit dem Jahresende 2007 haben sich die wirtschaftlichen Indikatoren in den USA weiter verschlechtert. Hervorzuheben sind hier besonders die verlangsamten Konsumentenausgaben, die weitere Abkühlung an den Immobilienmärkten und ein schwächerer Arbeitsmarkt. Eine durch die wirtschaftliche Verlangsamung der USA ausgelöste Häufung von negativen Entwicklungen an den internationalen Kredit- und Aktienmärkten prägte die Startmonate des Jahres 2008. Schon früh lasteten Befürchtungen bezüglich größerer Wachstumsrisiken in den USA und der weitreichenden Auswirkungen der strafferen Kreditmärkte weltweit schwer auf den globalen Aktienmärkten. Mitte Januar hatten die Verluste an den Aktienmärkten in beinahe allen Regionen die Marke von 10% (Dow Jones Weltindizes, Stand 18.4.2008, Daten von SunGard Power) überschritten. Danach vermochten sich die entwickelten Märkte jedoch wieder etwas zu festigen. Damit verringerten sie die durchschnittlichen Verluste seit Jahresbeginn auf rund 4%. Die Märkte der Schwellenländer haben dagegen die erlittenen Verluste völlig aufgeholt und verzeichneten per Mitte April im Mittel gar Nettozuwachsraten (Dow Jones Weltindizes, Stand 18.4.2008, Daten von SunGard Power).

Übergang zu sichereren und vertrauteren Anlagen 

Das divergierende makroökonomische Umfeld Anfang und Ende 2007 leistete seinen Beitrag zur Festlegung der strategischen Vermögensallokation der HNWI. In den ersten Monaten des Jahres 2007 ließ sich erkennen, dass die HNWI - gestützt auf den Optimismus des Jahres 2006 - bereit waren, stark auf risikoträchtige Anlagekategorien zu setzen. Je weiter das Jahr jedoch voranschritt und je deutlicher die Turbulenzen an den Finanzmärkten und die wirtschaftliche Unsicherheit erkennbar wurden, desto stärker begannen sie sich zurückzuziehen und ihre Vermögenswerte in sicherere und weniger volatile Anlagekategorien zu verlagern.

Der World Wealth Report kommt zur Erkenntnis, dass der Anteil der Anlagekategorien Bargeld/Depositen und festverzinsliche Werte per Ende 2007 44% des Finanzvermögens der HNWI betrug und damit gegenüber 2006 um 9 Prozentpunkte angestiegen ist. Der Anteil der festverzinslichen Werte verzeichnete dabei eine Zunahme um 6 Prozentpunkte von 21% im Jahr 2006 auf 27% im vergangenen Jahr.

Weltweit reduzierten die HNWI auch weiterhin ihre Vermögenswerte in Nordamerika und interessierten sich verstärkt für Anlagen in ihrem heimischen Umfeld. Damit gaben sie angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Unsicherheit dem Vertrauten den Vorzug.

Grüne Anlagen steigern ihre Attraktivität

Aufgrund des gestiegenen Interesses für Umweltfragen weltweit haben grüne Anlagen in den letzten Jahren rund um den Erdball an Popularität gewonnen. Sie bieten den Anlegern lukrative Renditen und die Möglichkeit, sich selbst aktiv sozial verantwortlich zu engagieren. Eine große Zahl von Anlagevehikeln, über die grüne Initiativen unterstützt werden sollten, führte in den grünen Sektoren im Jahr 2007 zu einem soliden Wachstum. Zu diesen Anlagevehikeln zählen Anlagefonds, ETF und andere gepoolte Produkte oder alternative Anlagen. So stiegen beispielsweise die Gesamtanlagen im Bereich der sauberen Technologie gegenüber 2005 um 41% auf 117 Milliarden US-Dollar. Ein ausgeprägtes Wachstum war insbesondere im Bereich Wind- und Sonnenenergie festzustellen.

Die HNWI und Ultra-HNWI im Nahen Osten und in Europa zeigten 2007 die umweltfreundlichste Einstellung, indem rund 17% bzw. 21% von ihnen in grüne Anlagen investierten. Im Vergleich dazu setzten in Nordamerika nur rund 5% der HNWI resp. 7% der Ultra-HNWI einen Teil ihres Portfolios für grüne Investments ein. Nordamerika war auch die einzige Region, in der die gesellschaftliche Verantwortung als Hauptmotiv für grüne Anlagen bezeichnet wurde. Unter den übrigen HNWI weltweit verwiesen rund die Hälfte auf die erwarteten Renditen als Hauptgrund für derartige Investments.

Angesichts der Tatsache, dass es um die Nachhaltigkeit in der Zukunft geht, sagt der World Wealth Report einen weiteren Anstieg grüner Investitionen voraus.

Ausblick

Trotz erhöhter Unsicherheit hinsichtlich des kurzfristigen weltweiten Ausblicks dürften die nach wir vor starken Fundamentalfaktoren in den Schwellenländern zu einem weiterhin hohen Wachstumstempo beitragen. Der Ausgleich zwischen der Stärke in den Schwellenländern und der Erholung in den entwickelten Ländern wird wahrscheinlich während des ganzen Jahres 2008 anhalten. Kurzfristig könnte der Ausblick angesichts von potentiellen Risikoaspekten Schwankungen ausgesetzt sein.

Im Großen und Ganzen hat die Weltwirtschaft zwei maßgebliche Hindernisse zu überwinden: Wachstumshemmnisse in den entwickelten Volkswirtschaften und hohe Inflationsrisiken in den Schwellenländern. Die Wachstumsaussichten für den Bereich der weltweiten HNWI hängen stark davon ab, wie gut die damit zusammenhängenden Herausforderungen bewältigt werden. Auf der Grundlage der Performance im Jahr 2007 und der jüngsten Entwicklungen an den Weltmärkten geht der Report davon aus, dass sich das Gesamtfinanzvermögen der HNWI bis zum Jahr 2012 auf 59,1 Billionen US-Dollar erhöhen wird, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7,7% entsprechen würde.

Über Merrill Lynch

Merrill Lynch gehört zu den weltweit führenden Vermögensverwaltern mit Niederlassungen in 40 Ländern und Regionen und betreuten Kundenvermögen in der Höhe von rund 1.6 Billionen $. Als eine der führenden Investmentbanken bei der Emission von Anleihen und Aktienkapital berät Merrill Lynch Unternehmen, Regierungen, Institutionen sowie Privatpersonen weltweit. Merrill Lynch besitzt rund die Hälfte von BlackRock, einer der weltweit größten öffentlich gehandelten Investmentfirmen mit einem verwalteten Vermögen von über 1 Billion $. Weitere Informationen zu Merrill Lynch unter www.ml.com und für die Schweiz www.mlbs.ch.

Über Capgemini und Capgemini Consulting

Capgemini, einer der weltweit führenden Dienstleister für Management- und IT-Beratung, Technologie-Services sowie Outsourcing, ermöglicht seinen Kunden den unternehmerischen Wandel durch den Einsatz von Technologien. Als Dienstleister stellt Capgemini Wissen und Fähigkeiten zur Verfügung, um seinen Kunden die notwendigen Freiräume für Wachstum und geschäftlichen Erfolg zu schaffen. Die Basis dafür legen die besondere Form der Zusammenarbeit, genannt Collaborative Business Experience, sowie ein globales Rightshore Modell, das darauf abzielt, die richtigen Ressourcen am richtigen Ort zu wettbewerbsfähigen Preisen einzusetzen. Capgemini beschäftigt in 36 Ländern rund 83.000 Mitarbeiter und erzielte 2007 einen Umsatz von über 8,7 Milliarden Euro.

Capgemini Consulting ist die führende Beratung in Business Transformation® und begleitet seit Jahrzehnten Unternehmen mit ihrem mehrdimensionalen Business Transformation Framework zu messbaren und nachhaltigen Erfolgen. Über 5.500 Strategie- und Managementberater setzen ihre Persönlichkeit, Kompetenz und ihr Commitment ein, um Menschen und Organisationen auf dem Weg zu innovativen Veränderungen zu begleiten. Die nachhaltige Wirkung der Business Transformation von Capgemini Consulting basiert auf der Einbindung und Motivation aller Beteiligten beim Gestalten und Erleben der Veränderung. Als global agierende Beratung innerhalb eines leistungsstarken Unternehmensverbundes ergänzt Capgemini Consulting konzeptionelle und realisierende Stärke mit überlegener Expertise in Methoden und Branchen, bei Bedarf greift Capgemini Consulting auf die Fähigkeiten des Unternehmensverbundes zu. Capgemini Consulting steht für die komplette Transformation – vom Design bis zur erlebbaren, nachvollziehbaren Veränderung.

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